"Adornos Diagnose, die das Scheitern der Avantgarde einbekannte, ließ sich auch auf die LITERARISCHE Moderne übertragen; auch sie zeigte Verfallserscheinungen, die durch dogmatische Theorien verdeckt werden sollten, auch sie demonstrierte - in der >experimentellen< Literatur etwa - die Diskrepanz von theoretischem Anspruch und Verwirklichung. (...) Der Anspruch, >vorn<, Avantgarde zu sein, wurde am konsequentesten und hartnäckigsten von den Vertretern der EXPERIMENTELLEN und der KONKRETEN Poesie erhoben, also von Heißenbüttel und Mon einerseits, von Gomringer und Bremer andererseits. (...) Über die große Weigerung und die neue Sensibilität ging die Politik zur Tagesordnung über und die Kulturindustrie zum Geschäft mit der Rebellenromantik; und da die Revolution nicht gelang, blieb einzig die Ästhetik zurück."
Harald Hartung, 1985 in: DEUTSCHE LYRIK SEIT 1965

 

"Die Auflösung der Ich-Falle kann therapeutisch zwar dadurch eingeleitet werden, daß sich das Ich solange narzißtisch bespiegelt, bis es all seine Charakterpanzer vollständig durchleuchtet hat, aber die Auflösung selber geschieht nicht als simpler "therapeutischer Effekt" sondern erst wenn diese ichhafte Identität total gelangweilt von sich selbst kein Gesicht mehr im Spiegel erkennt sondern hindurchschaut durch das gläsern gewordene Dasein und das SCHAUEN an sich als bewusste Qualität entdeckt. Das Bewusstsein hat sich dann quasi selber entdeckt, ohne an einen bestimmten Inhalt gekoppelt zu sein, ohne also einen Namen (wie z.B. Materie, Körper, Geist, Gott) für DAS UNENDLICHE GANZE zu benötigen. Das führt zur Befreiung der Sprache von ihrem Objektzwang und hat damals zur Erfindung der Quantenlyrik geführt, die sogesehen konkretere Aussagen über die Stofflichkeit des dahinströmenden Stroms macht als alle Artikel, die ich jemals darüber schreiben könnte..."
Tom de Toys, 17.11.2017 in: "STR...OM SPÜREN STATT GOTTES GEFÄNGNIS" (Gastbeitrag für die LDL)

 

 

ECHTE QUANTENLYRIK seit 2001

DTV & T-ONLINE - 2.WETTBEWERB "LITERATUR.DIGITAL" 2002: Die EQ-FILIALE des ursprünglichen G&GN-Institutsarchivs (eine der allerersten und langlebigsten Literaturseiten im Internet von 1998-2008) war 2002 offizieller Beitrag des Wettbewerbes für "Digitale Literatur". Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung der Veranstalter: >>FUßBALL, BADEREGELN UND QUANTENTHEORIE / In weit entlegenen Sphären hält sich wohl Tom de Toys auf. Denn seine "Echte Quantenlyrik" ist entweder eine riesige Gaudi oder ein literarisch-philosophisches Feld, auf dem nur wenige Auserwählte in der Lage sind zu ackern. (...) Wenn Sie ungefähr verstanden haben, was hier gemeint ist, sollten Sie sich den Beitrag näher ansehen. Sollten Sie nun verwirrt sein, betrachten Sie zumindest das 5.QLS als 100-Sekunden-Animation. Denn hier haben wir ein echtes Stück digitaler Literatur, das sich zwar ebenfalls nicht so einfach erschließt, aber doch neugierig auf mehr macht.<<

Das rekonstruierte G&GN-Archiv der Echten QUANTENLYRIK als offizieller 49.Beitrag des 2.Wettbewerbes 2002 "LITERATUR.DIGITAL" von DTV & T-ONLINE befindet sich nun hier als eigenständiges Projekt (leider aus technischen Gründen ohne QLS-Animation), darunter auch alle 3 Manifeste sowie 2 private Briefe über die Hintergründe der Entdeckung von Quantenlyrik und ihre gesellschaftliche Relevanz. Eine kleine Textauswahl des EQ-Filialleiters Siegfried Sühd (QLP) und dessen Assistenten Siegmund Sähr (QLS) sowie deren Chefsekretärin Siegrid Szöhn (QLT) und ihrer ABM-Kraft Simone Sorglos (QLQ) wurde jahrzehntelang in der Rubrik "Pseudonyme" des G&GN-INSTITUTs präsentiert, während bestimmte Sprachspiele, die aus einer tabulosen Erweiterung der EQ-Methoden erwuchsen (und an fahrlässigen Amtsmißbrauch grenzen!), derzeit nur in der gedruckten Ausgabe aller Forschungsberichte dargestellt werden können, die irgendwann nicht nur als DinA4-CopyArt-Spiralbindung sondern auch als richtiges Buch im BoD-Verlag erscheinen soll. Auf dieser neuen Homepage der EQ-Filiale finden sich außerdem der Bericht über die Welturaufführung der Quantenlyrik an der Universität von São Paulo am 7.3.2001 sowie das große Interview 2012 mit KULTURA-EXTRA, in dem De Toys bisher unbekannte Hintergründe zur Entstehungsgeschichte der Quantenlyrik erläutert...

 

"Der verbale Asketizismus hat dann nur noch als einzige Chance das 'mystische' Schweigen, das Yogi=Schweigen, das des Wortes als des Aufeinander=Angewiesenseins von Vokalen und Konsonanten nicht mehr bedarf. Hinter derartiger schweigender Versenkung kann freilich die Sensation neuen Beginns warten."
Karl Krolow, in: ASPEKTE ZEITGENÖSSISCHER DEUTSCHER LYRIK (1961)

 

 

"Der kontakt mit dem ganzen & geistigen bringt einen glücksrausch mit sich, der nur mit erfüllter liebe vergleichbar ist. Kein glaube an gott ist vonnöten, wenn das individuum mit dem universum verschmelZEN kann, denn dann gibt es kein unlogisches -utopisches- außerhalb des unendlichen ganzen mehr (als ideales an-sich "hinter" den dingen), das inflationär transzendent (immer 1 ebene "jenseitiger" als die jeweils sinnlich -phänomenologisch- "letzte" stellbare frage) bis zur Happy-Higgs-Hypnose gesucht werden muß, sondern ein tiefes transreales DURCHDRUNGEN SEIN von dieser grundlosen existenz bis in die untersten, innersten, unsichtbarsten schichten der materie."
De Toys, 20.10.2012 in: Therapietrip-Reaktivierung 04 (Schmer-ZEN 39)