"Der Kernpunkt der Erfahrung scheint die innere Gewißheit zu sein, daß das unmittelbare JETZT, wie immer es geartet sein mag, das Ziel und die Erfüllung allen Lebens ist. (...) Der eine mag sagen, daß er das Geheimnis des Lebens gelüftet hat, das aber irgendwie nicht in Worte fassen kann. Ein anderer wird sagen, daß es niemals ein Geheimnis gab und folglich auch keine Antwort, denn alles, was die Erfahrung für ihn aufhellte, war die Irrelevanz und Künstlichkeit aller unserer Fragen. (...) Der eine wird das Gefühl erlangen, daß sein Ego oder sein Selbst sich so weit ausdehnt, daß es das ganze Universum umfaßt, ein anderer wird meinen, er habe sich selbst gänzlich verloren und daß das, was er sein Ego nannte, niemals etwas anderes war als eine Abstraktion. (...) Im Wesen des Künstlers gibt es so etwas wie Philosophie, die Liebe des Wissens. Eine solche Philosophie wird keine Praktiken predigen oder vertreten, die auf Verbesserung zielen. So wie ich es verstehe, besteht die Arbeit des Philosophen als Künstler darin, den ewigen und ziellosen Hintergrund des menschlichen Lebens zu offenbaren und zu preisen. (...) Die Sprache, die eine solche Erfahrung in Worte faßt, ist mehr so etwas wie ein Ausruf. Oder besser noch, es ist eher Sprache der Dichtkunst als die der Logik, obwohl nicht Dichtkunst im verarmten Sinn des logischen Positivisten, im Sinn dekorativen und schönen Nonsens. Denn eine Art Sprache gibt es, die möglicherweise etwas mitteilen kann, ohne tatsächlich in der Lage zu sein, es zu sagen. (...) Wahrheit steht immer in Relation zu einem eingenommenen Standpunkt. Feuer ist in Relation zu Haut heiß. Die Struktur der Welt erscheint, wie sie in Relation zu unseren Sinnesorganen und unseren Gehirnen erscheint. Gewisse Abänderungen im menschlichen Organismus könnten ihn deshalb in jene Art Wahrnehmungsempfänger verwandeln, für den die Welt so IST, wie man sie während dieser Vision sieht."

Alan Watts, in: Dies ist ES - Über Zen und spirituelle Erfahrung (1958)

 

INTERVIEWS ZUR EQ-FORSCHUNG

"der künstler fungiert nur als empathischer empfänger des ekstatischen und dessen koordination in formalen bahnen!"


und dann gibts da eben auch diese sogenannte QUANTENLYRIK, wo endlich inhalt & form einander entsprechen: die verbliebenen laute zwischen den silben sind sowohl konkret greifbare sprachpunkte als auch metaphorische leerstellen auf der transrealistisch durchlöcherten linie der logik. hier mutiert literatur zu einem transdualistischen gegenwarts-rauschen, dem sich konventionelle stilmittel bloß asymptotisch nähern.

De Toys, in: "ZWISCHEN(DEN)SILBEN: ZW EN LBE" (2002)

mit der ersten quantenlyrischen methode fand ich eine kongeniale sprachform, um meiner loch-erfahrung gerecht zu werden: die quantenlyrik war eine möglichkeit, über mystisches laut zu sprechen, ohne der gesichtslosigkeit der leere ein gesicht geben zu müssen! bis heute ist die sache noch immer nicht von der germanistik aufgegriffen worden, die zeiten stehen schlecht für experimentelle lyrik, obwohl sich die zweite methode auf die unschärfe-relation in der quantenphysik bezieht.

De Toys, in: Von Wortmetzen in Sprachkunst und Philosophie (2012)

Da war dann ein unstillbares Bedürfnis, die Unendlichkeit nicht nur zu spüren, sondern sie auch in einen Gedanken zu fassen... (..) Mit der Erfindung der Quantenlyrik hatte ich dieses Ziel erreicht. Jede quantenlyrische Antisilbe funktioniert wie ein Mantra. Allerdings lässt sich die Quantenlyrik nicht für das Ich funktionalisieren, denn sie ist total konkret und zugleich total abstrakt. Sie ist transparadox wie das mystische Spüren der Unendlichkeit. Eine Ich-transzendente, transpersonale Dichtung, kein Dada und kein esoterisches Symbol!

De Toys, in: SEHNSUCHT NACH DEM LETZTEN GEDICHT (2015)