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Live-Konzept "NONDUALJAZZ" ab 2020

"Das Desinteressierte Klavier"

Manifest "DIE GEBURT DER MÜHELOSEN MUSIK AUS DEM GEISTE DER ICHLOSIGKEIT" = 1) Es gibt keinen Spieler; 2) Die Finger fallen ferngesteuert aus der Leere; 3) Jeder Klang reiner Selbstzweck; 4) Jede Melodie purer Zufall; 5) Keine Harmonie Absicht; 6) Kein Taktzwang; 7) Weder Anfang noch Ende; 8) Null Komposition; 9) Zuhörer desinteressiert! / Nach 3 Jahrzehnten Abstinenz (1989 entwickelte ich dank der LOCHISMUS-Erfahrung zahlreiche Ideen in verschiedenenen Kunstgattungen) beginne ich auf demselben alten Klavier, auf dem ich in meiner Jugend fast zwanghaft übte, meine damalige Vision einer Musikreform namens DAS DESINTERESSIERTE KLAVIER als "mühelose Musik" in sporadischen Tonaufzeichnungen zu dokumentieren. Meine Liebe zur "Konkreten Musik" von Karl-Heinz Stockhausen ist wahrscheinlich unverkennbar, aber auch die Band Bohren zählt zu meinen absoluten Favoriten. Die Mühelosigkeit fehlt mir in beinahe allen Klavierstilen aller Epochen, die ich bislang kenne: es dominiert stets das bemühte Sehrrichtigmachen und Nochbesserwerden. Der Hang zur perfekten Darbietung einer Melodie, eines Lebensgefühls oder einer Botschaft und die zwanghafte Nachahmung sogenannter Genies verhindert, dem ichlosen Lauf der Finger über die Tasten zu folgen.


Über das Klavierstück "HALBES DESINTERESSE: Zwischen Romantik und Radikalität (für Barbara)"

Halbes Interesse, halbes Desinteresse, wie kann sich das anhören? Bevor ich meine Klavierreform des desinteressierten Tastenhauens erfand, spielte ich oft stundenlange meditativ-ritualisierte Herzschmerz-melodien nach den bekannten simplen Mustern der variierten Dreiklänge (linke Hand langsame taktgebende Bassläufe, rechte Hand freies Variieren der links vorgegebenen Tonart) - stilistisch ein dramatisch schmachtender Mix aus Beethovens "Mondscheinsonate" (die ich damals auswendig gelernt hatte) und "Koyaanisqatsi" von Philip Glass (der dem apokalyptisch-paranoiden Lebensgefühl der Spätpubertät entsprach). Mein altes Klavier verbietet diesen nostalgischen reinen Wohlklang zum Glück heutzutage, da es seit vielen Jahren VERSTIMMT ist, so daß ich in diesem langen Stück mühelos zwischen Romantik und Radikalität hinundher pendel, indem ich bei ersten Ansätzen "schöner" gefälliger Tonabfolgen automatisch wieder in die brutale Sabotage der allzu bemühten Melodie zurückfalle. Meiner Freundin habe ich allerdings versprochen, bei Gelegenheit doch wieder richtig schöne Stücke zu spielen, um ihr Herz zu erfreuen, aber das wird eine reine Privatsache sein, um ihr eine Freude zu bereiten. Psychophilosophisch-konzeptuell entspricht das totale Desinteresse der Quantenlyrik, die ich 2001 erfand. Es wäre daher durchaus möglich, Quantengedichte zum desinteressierten Klavier zu rezitieren. Vielleicht versuche ich das eines Tages mal...